Tod beim Adventskaffee
Ein bergischer Cosy Krimi
von Franka Steinbach
Nach jeder Kaffeetafel setzt sich Johanna Ohlerscheid in denselben Sessel. Diesmal steht sie nicht mehr auf.
Krähenbrück, Bergisches Land, erster Advent: Hilde Bröcker steht diesmal nicht im eigenen Gasthaus „Zum Kräheneck“ am Waffeleisen, sondern in der Küche der Villa Ohlerscheid — Waffeln, Milchreis, Schwarzbrot, vierzig Plätze, eine Tradition, die in diesem Haus stattfindet, so lange sich einer erinnern kann. Der Bergische Kaffeetafelrat will die Tafel eintragen. Johanna findet an der Beschreibung nichts Falsches. Unterschreiben will sie trotzdem nichts.
Um fünf nach sechs steht Hilde im Damastzimmer vor dem Sessel. Johanna sitzt darin, den Kopf zur Seite geneigt, eine Hand mit der Handfläche nach oben. So schläft keine alte Frau ein, die Hilde je bedient hat.
Am Montag liegt ein Brief auf ihrem eigenen Tresen: Ihr Eintrag im Verzeichnis der geführten Form ruht, mit sofortiger Wirkung. Die drei Busgruppen im Advent, die ihre Januarrechnungen bezahlt hätten, gehen nach Marienheide. Und am Telefon sagt ihr die Frau, die den Brief unterschrieben hat: Solange nicht geklärt ist, woran Johanna gestorben ist, ist die Frage der Küchenhygiene offen.
Ein leiser, humorvoller Cosy-Krimi über eine Wirtin, die weiß, wie man vierzig Gedecke deckt — und die jetzt beweisen muss, dass an einem fremden Tisch nichts an ihr hängen bleibt.