Tod an der Kaffeetafel
Mittwochs um zwanzig nach eins setzt sich Frieda Kremer auf den Klappstuhl in der Durchreiche. Seit fünfzehn Jahren. Diesmal bleibt der Stuhl leer.
Zum BuchLeise, humorvolle Cosy-Krimis aus dem Bergischen Land. Erzählt werden sie von Hilde Bröcker, der Wirtin des Gasthauses „Zum Kräheneck“, die seit vierzig Jahren Dröppelminna, Waffeln und Schwarzbrot auf den Tisch bringt. Jeder Band ist ein abgeschlossener Fall.
von Franka Steinbach
Krähenbrück ist erfunden, das Bergische Land nicht. Im Gasthaus „Zum Kräheneck“ gibt Hilde Bröcker seit vierzig Jahren die Bergische Kaffeetafel aus: Dröppelminna, Waffeln, Schwarzbrot, vierzig Gäste, die seit Jahrzehnten über dieselben Themen streiten.
Hilde erzählt selbst, und sie fragt nach, weil sie selbst betroffen ist: Mal fällt der Verdacht auf sie, mal ruht ihr Eintrag im Verzeichnis der geführten Form, mal hat sie einem Toten noch einen Brief einwerfen sollen und es nicht getan. Die Antwort entscheidet jedes Mal auch darüber, wie es mit ihrer Kaffeetafel weitergeht.
Jeder Band ist ein abgeschlossener Fall ohne Cliffhanger. Band 1 beginnt mit einem leeren Klappstuhl, Band 2 spielt im Advent, Band 3 im Januar nach einer Beerdigung.
Mittwochs um zwanzig nach eins setzt sich Frieda Kremer auf den Klappstuhl in der Durchreiche. Seit fünfzehn Jahren. Diesmal bleibt der Stuhl leer.
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Nach jeder Kaffeetafel setzt sich Johanna Ohlerscheid in denselben Sessel. Diesmal steht sie nicht mehr auf.
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„Wie viele zu einer Beerdigung kommen, fragt man nicht.“ Hilde Bröcker rechnet trotzdem: dreihundert. Für einen Mann, dessen Akte schon geschlossen ist.
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